Bedarf und Angebot an Alterswohnungen in Wetzikon

Der Anteil der über 65-Jährigen an der Wetziker Wohnbevölkerung steigt, entsprechend dem schweizerischen Mittel, von 12 auf 20 Prozent. Im Jahre 2033 werden also in Wetzikon über 4000 Senioren wohnen, 1600 mehr als heute, aber sie werden voraussichtlich länger gesund bleiben. Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen nimmt also zu, aber nicht ganz im gleichen Tempo wie die Anzahl Senioren.

Wo wohnen die 4000 Wetziker Senioren im Jahre 2033?

• 200 bis 300 in Alters- und Pflegeheimen
• 200 bis 300 in Wohnungen der Genossenschaft Alterssiedlung
• Einige hundert in Residenzen und altersgerechten Kleinwohnungen, privat erstellt. Auch private Anleger bauen jetzt mehr oder weniger altersgerecht, die Senioren sind ein umworbenes Marktsegment!
• Alle anderen dort, wo sie immer wohnten: In normalen Wohnungen und in Einfamilienhäusern

Wie in der ganzen Schweiz dürfte auch in Wetzikon der Trend dahin gehen, dass die Senioren möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben wollen. «Selbstbestimmt wohnen – auch im Alter». Voraussetzung dafür ist indessen ein Angebot an Dienstleistungen und Pflege, also «Wohnen mit Service». Spitex und Pro Senectute bieten solche Dienstleistungen in jeder Wohnung, das Alterswohnheim «Am Wildbach» und gehobene Altersresidenzen in ihren eigenen Räumlichkeiten an. Kommentare aus Sicht ASW:

• Dienstleistungen nach Mass in Privatwohnungen sind kostengünstiger als ein Platz im Alters- und Pflegeheim, der für eine vollumfängliche Pflege ausgerüstet ist. Mit solchen Dienstleistungen nach Mass kann die Übertritts-Schwelle ins Heim angehoben werden, was unbedingt nötig ist, denn es können gar nicht genügend Heimplätze für alle Senioren erstellt werden. Der Eintritt ins Alters- und Pflegeheim wird für die künftigen Betagten die Ausnahme, nicht die Regel sein.
• Grosse Wohnungen und Einfamilienhäuser sollten an junge Familien übertragen werden können. Der Spitex und den anderen Service-Organisationen ist gedient, wenn sie ihre Hilfeleistungen in altersgerechten Wohnungen erbringen können statt irgendwo, in baulich weniger geeigneten Häusern. Es liegt daher sowohl im öffentlichen Interesse wie in jenem der immer zahlreicheren Senioren, dass in Wetzikon genügend altersgerechte Kleinwohnungen zur Verfügung stehen werden. Anders ausgedrückt, preiswerte Alterswohnungen an geeigneter Lage sind nötig und werden bestimmt Abnehmer finden. Die Meinung der Stadt Wetzikon (gemäss Aussprache einer Delegation des Vorstandes mit einer Delegation des Gemeinderates am 4. Dezember 2008):
• Sie hat im November 2008 damit begonnen, das Alterskonzept der Stadt zu überarbeiten und dabei die künftigen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Die Genossenschaft ASW ist in der Gruppe, die das neue Konzept erstellt, an der Seite der anderen Akteure der Altersvorsorge in Wetzikon (Alterswohnheim, Spitex, Pro Senectute und so weiter) vertreten. Das Wohnen im Alter wird auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil der Alterspolitik der Stadt sein.
• Sie gedenkt, ab 2010 ein eigenes Ressort im Gemeinderat und in der Verwaltung für den Bereich «Alter» zu schaffen. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die demographische Entwicklung eine grosse gesellschaftliche Herausforderung sein wird.
• Der Gemeinderat anerkennt und schätzt die Leistungen der Genossenschaft ASW, will sie indessen solange nicht unterstützen, bis er (nach 2010) seine politische Strategie zu den Fragen des Alters festgelegt hat.

Was macht die Genossenschaft Alterssiedlung Wetzikon? Heute bewahren, morgen wachsen

Der Vorstand hat folgende Zukunfts-Szenarien diskutiert:

Zuwachs: In geradliniger Fortführung ihrer 50-jährigen Tätigkeit will die Genossenschaft auch in Zukunft preisgünstige Alterswohnungen anbieten, und zwar für alle Bevölkerungsschichten. Sie anerkennt das Bedürfnis nach Wohnen mit Service und gedenkt dies mit Hilfe der lokalen Partner Spitex, Pro Senectute und Alterswohnheim zu erfüllen: die ASW erstellt zusätzliche Wohnungen an geeigneten, zentralen Lagen, die Partner erbringen die Dienstleistungen. Die Anzahl zusätzlicher Wohnungen richtet sich nach den finanziellen und baulichen Möglichkeiten. Die ASW steht auf gesunden Beinen, Renovationsarbeiten und Erweiterung des Wohnungsangebotes werden mit Blick auf gesunde Bilanzrelationen vorangetrieben und geplant. Andere gemeinnützige Träger für Alterswohnungen sind nicht in Sicht; die Gemeinde hegt die Absicht, auch in Zukunft die Genossenschaft ASW als ihren Partner für Alterswohnungen zu betrachten und sie zu einem späteren Zeitpunkt auch zu unterstützen.

Seine heutige Haltung umschreibt der Vorstand wie folgt: nach den umfangreichen Um- und Neubauten der Neunziger-Jahre hatte die Genossenschaft beschlossen, erst eine Phase der finanziellen Konsolidierung einzuschalten, bevor sie weitere Wohnungen erstellt. Bewahren war angesagt. Nun scheint die Zeit gekommen, wo wieder an einen massvollen Zuwachs gedacht werden kann.

Der Vorstand der ASW wäre im Herbst 2008 bereit gewesen, auf den Wunsch des Alterswohnheims einzugehen und am Postplatz Kempten, neben den bestehenden Liegenschaften, sehr rasch einen Neubau zu erstellen. Doch fehlte das nötige Eigenkapital. Nachdem der Gemeinderat eine sofortige finanzielle Unterstützung abgelehnt hatte, musste dieses Vorhaben zurückgestellt werden. Der Vorstand will nun auch wieder Neubauprojekte prüfen und sich bereit halten, solche etwa ab 2010 in Angriff zu nehmen.